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Freitag, 15. Februar

Ich werde diesen Blog umfunktionieren. Tagebuch eines Azubis soll daraus entstehen, damit die ganze Welt an meinem Leid teilhaben kann, besonders Studenten, die meinen, sie hätten ein ach so stressiges Leben. GLaubt mir, ich war auch mal der Ansicht...

Heute- meine Favoritin: Die Frau, die mir sagte, ich hätte meinen Job nicht gelernt. Es ging um folgendes: Der Laden war voll. Nicht übermäßig voll, aber eben so, daß man gut zu tun hatte, was bei uns heißt, daß man alleine vorne steht und ungefähr 5 Kunden auf der anderen Seite des Tresens. Ich verpacke also etwas in die Tüten, die man in der Bäckerei üblicherweise kriegt. Ich schließe die Tüte, die Frau fängt arrogant an zu lächeln. Ich rechne ab, so knallt mir an die Birne: "Lassen Sie sich das von einer Kollegin noch einmal zeigen, das sieht ja furchtbar aus. Sie haben diesen Beruf nicht gelernt." Sprach´s, und verschwand. Drei Dinge- ich HABE zwei meiner Kolleginnen gebeten, mir zu zeigen, wie man eine Tüte vernünftig zusammenknüllt. Das Ergebnis: Bei der einen sah das EXAKT so aus wie bei mir, bei der anderen wesentlich schlimmer. Ich trage ein Namensschild, auf dem STEHT, daß ich noch lerne. Drittens- wen in Gottes Namen interessiert es, wie diese blöde Brötchentüte geschlossen wird? Ich bin kein Brötchenverkäufer, ich bin FaSys. Ich hab mein Abitur gemacht, danke.

Ich bin heute morgen pünktlich im Laden gewesen. Ich hatte um 9:30 Dienst, war um 9:15 im Laden. War aber erst 9:33 an meinem Arbeitsplatz. Und meine Filialleiterin, die ich diese Woche erst kennengelernt habe, weil die wohl wegen eines Burn- out- syndroms länger krank war, keift mich an: das sei gestern auch schon so gewesen, und wenn das noch einmal vorkommt, würde sie das weiterleiten. Es kräht kein Hahn nach der Zeit, die wir zusätzlich arbeiten. Ich sehe ein, daß ich pünktlich an meinem Arbeitsplatz zu sein habe. Aber man kann es auch übertreiben...

 Was gab es positives? So momentan fällt mir nichts ein, außer meinen Kollegen.

Ansonsten: War ein erfolgreicher Tag, kam mir zumindest so vor, zumindest rein umsatztechnisch. Habe das Wochenende frei, also gibt es erst Montag wieder neuen Stoff.

1 Kommentar 16.2.08 02:54, kommentieren

18.02.2008

Heute lag meine Schicht zwischen 8:00- 17:00 Uhr- eine Stunde Pause, also eine traunhaft kurze Schicht von nur 8 Stunden, und das meine ich nicht einmal ironisch. Ich hätte nie gedacht, daß der Urlaub anderer für mich so entspannend sein könnte, aber unsere Filialleitung ist im Urlaub- und es ist angenehm. Sehr, sehr angenehm.

Um mein "Best customer of the day" weiterzuführen: Es kam heute eine Frau zu uns in den Laden, die eine Lammbulette gekauft hat, also eine Frikadelle aus Lammhack. Dazu muß man wissen, daß wir unter anderem das Fleisch, das wir im Frischverkauf haben, dazu verarbeiten. Das ist irisches Lamm. Also mit Sicherheit kein billiges Fleisch. Die Frau kommt also an: "Ich hätte gerne eine Lammfleischbulette." Ich: "Gerne." Sie, ungefragt: "Ja, die ist für meine Katze.". Da blieb mir der Mund offen stehen. Einmal mehr. Ich kaufe für 1,69 € eine (!) Frikadelle für meine Katze (Gewicht durschnittlich 120 g/ Frikdelle, ich habe nachgewogen. Im Vergleich: Whiskas, also mit Sicherheit nicht das günstigste Katzenfutter: 49 Cent/100g), während andere Menschen nicht einmal wissen, wie sie über den Monat komme. Wie meinte meine Mutter: "Fetten Gänsen Schmalz um den Hintern schmieren...". Japp. Richtig.

Was gibt es sonst noch? Nichts, eigentlich. Der Tag war ganz angenehm. Morgen mehr in diesem Theater.

2 Kommentare 18.2.08 18:12, kommentieren

Sooo...

für alle Lesenden: Es gibt auch gute Tag in einer Ausbildung. Solche, an denen man bis 10:30 Uhr schlafen kann, weil man erst um 12 Uhr Dienst hat, die Chefin nicht da ist und auch sonst alles sehr entspannt ist. Ich hatte heute nette Kunden. Also, nicht netter als sonst auch, aber eben keine Querschläger. Zumindest keine extraordinären. Russische ignorante Yuppies, die weder ein Wort Deutsch noch Englisch sprechen, aber erwarten, daß man sie trotzdem versteht, wenn sie russisch sprechen. Kollegen- ich spreche nicht ein Wort russisch. Und ich werde es auch nicht lernen, die Zeit eurer Besatzungszone ist um. Willkommen im neuen Millenium. *fg* Niedlich fand ich die Kundin: "Sagen Sie mal, auf Ihrem Schild steht doch: Ich lerne!. Warum das Ausrufezeichen? Reicht das nicht so auch schon?" Meine Antwort: ein langgezogenes "Jein..." Sie: "Gut, das habe ich jetzt auch verstanden.". Knullig *fg*

 Im Ernst, was mich jetzt gerade wesentlich mehr beschäftigt- meine Ausbildungsleiterin hat es irgendwie geschafft, mich in die Berliner Jugendmeisterschaften zu schleusen, obwohl ich erst im ersten Ausbildungsjahr bin. Ich löse nebenbei die Alt- Abschlußprüfungen der letzten Jahre. Ich habe bis jetzt, ohne mir Hilfe zu holen (ehrlich...), alle bestanden, einen Teil sogar mit 1. Ich bin mal auf die nächsten Sätze gespannt.

Bis dahin, eine frohe Zeit, ich habe morgen frei. Und am Donnerstag erst um 12 Uhr Dienst. Ist eine gute Sache, nur hat man in dieser Schicht nur eine halbe Stunde Pause. Ich muß mal nachschaun, ob das so überhaupt legal ist. Der Clou dabei: Man hat schon um 13 Uhr seine erste Pause, und dann den Rest der Zeit, bis 20:30 also, keine mehr. Strengt an.

19.2.08 22:01, kommentieren

Heute...

Haben sie den Vogel angeschossen, aber alle zusammen. Leitung, Kunden und Kollegen. Aber, der Reihe nach...

Meine Top drei der heutigen Kundschaft (Nuja, ich konnt mich halt nicht entscheiden.. )

Nummer eins: Die Frau, die ein Cranberry- Tournee kaufte. Also, nicht nur, daß wir dieses Brot auch in unserem regulären Sortiment haben, diese Cranberries sind, da rot, auch meist recht auffällig. Die Frau hat bei einem Kollegen besagtes Brötchen gekauft. Mit Käse. Sie hat ein, zweimal dran genagt und mich dann angepflaumt: Das sei doch mal ne komische Mischung, da seien überall Rosinen drin, das würde doch überhaupt nicht zu dem Käse passen. Ich habe die gute Frau dann a) darüber aufgeklärt, daß das Cranberries seien, und da b) auch noch Feigensenf in den Brötchen ist. Wer das nicht kennt- ist ähnlich wie Feigenmus. Also süß. Sie wieder: Ja, das müsse man doch auszeichnen, das sei halt nicht jedermanns Geschmack, und für 4 Euro sollte sie doch wohl auch ein Brötchen bekommen, daß ihr schmeckt. Es ist nicht so, als hätte mein Kollege sie dazu überredet, dieses Brötchen zu essen. Sie hat es sich selbst ausgesucht. Und die Cranberries sind offensichtlich. Der Clou an der Geschichte- ich war eigentlich mit einer anderen Kundin beschäftigt. Und jetzt gerade vollkommen verwirrt. Weil- Die Kundin wollte ein anderes Brötchen, aber ich hatte keine Zeit. Also habe ich ihr gesagt, daß ich ihr sofort ein neues mache. Nach der anderen Kundin, die aber, da etwas ältlich, auch etwas länger gebraucht hat. Bis dann mein Kollege, der der Dame das Brötchen verkauft hat, an mir vorbeilief und meinte: "Was ist denn jetzt mit dem Brötchen? MAchst du, machst du nicht, hast du Bescheid gesagt?" Ich hätte das Brötchen nicht selbst neu machen müssen. In meiner alten Filiale war das so. Aber gut. Man lernt nie aus...

Nummer zwei: Die Frau, die keine Tomaten mochte, aber sich Spaghetti Napoli bestellt. Keine Erklärung, das reicht auch so.

Nummer drei: Der Typ, der keine Zeit hatte. Es kam also jemand in unseren Laden und meinte: "Warum ist denn der Salat im Angebot? Ist das alte Ware?" Kiefer wieder unten. Wir haben jede Woche ein anderes Produkt im Angebot, was aber von der Zentrale gesteuert wird, nicht einmal von uns. Aber das war noch nicht das beste. Wir sollten uns beeilen, er hätte schließlich keine Zeit. Setzt sich aber an den Tisch und ißt in aller Seelenruhe... Gut, soviel dazu.

Was war noch? Die beiden Spanier, die auch kein Wort Deutsch oder auch nur Englisch gesprochen hätten und überhaupt nicht klarkamen, dann aber HINTER den Tresen gegriffen haben und die Ware mit bloßen Fingern angefaßt haben. Die Glasscheiben sind ABSICHTLICH zwischen der Ware und den Kunden. Denkt mal drüber nach...

Eintrag für mich: Heute von 12- 20:30. Meine Ausbildungsleitung hat mir die aktuellesten Abschlußprüfungen zukommen lassen. Und mich danach noch einmal angerufen. Ich bin mal gespannt, was das am Dienstag gibt. .

21.2.08 22:17, kommentieren

22.02.2008

Heute war eigentlich kein schlechter Tag, die ersten 4 1/2 Stunden sind irgendwie verflogen, ohne daß ich es mitbekommen habe. Und ich habe gemerkt, wie sehr es mich ankotzt...

Auf die Frage: "Zucker oder Milch?" ein "Ja" zurückzubekommen, auf die Frage: "Soll ich das noch einmal aufwärmen?" "Nein, ich nehme das mit." Kann man das nicht warm mitnehmen? Machen viele unserer Kunden. "Einen kleinen oder einen großen Becher?" "Einen mittleren." Stand der zur Auswahl? Würde das einmal passieren, gerne. Kommt vor. Aber laufend? Mir hört irgendwie niemand zu. Oder man will es nicht. Wie auch immer. Es nervt, Ende.

Noch eine Sache... Wir haben ein Kartenlesegerät, um EC- Zahlungen engegenzunehmen. Allerdings haben wir ein tragbares, das ständig auf die Station zurück muß. Das bedeutet: Ständig hin- und her laufen. Eine Dame wollte mit EC- Karte zahlen. Kein Ding. Also laufe ich los, hole das Ding, komme wieder: "Ach, ich habe doch Bargeld..." Danke. Nicht, das man das nicht hätte vorher sagen können. Danke, daß man auch mal an mich denkt.

Ich schließe hier.

1 Kommentar 22.2.08 22:43, kommentieren

23 Februar

Ich nehme einfach einmal meinen Geburtstag als Fixtag: Es sind noch 144 Tage, die ich in dieser Filiale habe. Wenn man alles runterrechnet, was noch so bleibt (alle zwei Wochen drei Tage Schule, noch eine Woche Urlaub dazwischen, die Feiertage, die noch kommen usw...) landet man bei unglaublich befreienden 62 Arbeitstagen, die da nur noch auf mich zukommen werden. Geht vorbei. Ich bin mir da sicher. Danach habe ich erstmal ein wenig frei, danach Hotel, und ab da ist meine Ausbildung schon fast vorbei. Prüfungsvorbereitungen und so. Mal im Ernst: Nach dem Hotel wechsele ich voraussichtlich alle 2 Monate die Stelle, und das wird wohl recht abwechslungsreich. Im September Zwischenprüfung, im Juni Abschluß. Gut so.

Was war heute? Ja... Ich mache mir mittlerweile kleine Zettel, um nicht alles zu vergessen. Heute war´s nur einer. Es kam eine Kundin rein. Stammkundin, wohlgemerkt. Denen wird, um es einmal liebevoll zu sagen, noch mehr Puderzucker gepustet. Die Dame wollte einen normalen Kaffee. Was bei uns heißt, das es keinen Keks dazu gibt, warum auch immer, vielleicht ist die Gewinnspanne bei normalen Kaffeegetränken ohne Milchzugabe zu gering, als daß wir uns den Keks leisten könnten. Wenn man mal durchrechnet, was ein Glas Latte Macchiato im Einkauf kostet, und was man daraus macht... Wahnsinn. Egal. Diese Frau BEKAM einen Keks, weil sie genörgelt hat. Sie bekam ihre kleinen Mozarellakugeln aus einer Espressotasse (!), weil ihr der Rest zu groß war. Wir geben einem Bettler kein Brötchen, aber der zickigen Kundin einen Keks... -.-

Egal, ich muß schlafen. Ein schönes Wochende.

1 Kommentar 23.2.08 21:37, kommentieren

lol.

Ich habe beschlossen, daß auch mein Berufsschulalltag in meine Ausbildung fällt. Also: ich habe gerade die Klasse gewechselt. Von meiner Klasse in eine, die von vornherein in 2 1/2 Jahren auslernt. Der Gag an der Geschichte ist: Sie ist vom Stoff her weit, und damit meine ich wirklich weit, hinter der zurück, aus der ich komme. Ich mag meine Klassenkameraden nicht sonderlich, schon, weil die noch nicht freiwillig auf die Idee gekommen sind, sich bei mir vorzustellen. Keiner. Egal, ich habe die wichtigsten Namen aufgeschnappt, das sollte erstmal reichen. In dieser Klasse fällt eine Menge aus. Ein Lehrer ist konsequent krank, weshalb ich freiwillig den Unterricht in meiner alten Klasse weiter besuche, eine andere Lehrerin läßt Unterricht schlicht und ergreifend ausfallen, obwohl sie da ist. Gratulation. Ich hab nen Glücksgriff gemacht...

Zu meiner Meisterschaft- lächerlich. Um meinen ehemaligen zitatschaffenden Mitbewohner zu zitieren: Was für eine alberne Scheiße. Aber von vorne...
Es waren ungefähr 40, die anwesend waren, zumindest habe ich das grob gezählt. Ein Teil hat sich, höchstwahrscheinlich, dadurch rausgekegelt, daß sie Google während der Prüfung zur Lösung der Prüfungsfragen benutzt hat.
A) Wer läßt bei einer Prüfung, die online stattfindet, zu, daß eine andere Site genutzt werden kann?
B) Wer ist so dämlich und nutzt die Möglichkeit, selbst wenn sie besteht? Jeder weiß, daß das nachgeprüft werden kann. Und die Konsequenz daraus sollte eigentlich auch jedem klar sein. Sollten diejenigen, die das genutzt haben, nicht disqualifiziert werden, werde ich Stunk machen. Mal im Ernst, das ist doch unsportlich. Auf der anderen Seite kann zwar auch sagen: Selbst schuld, daß du das nicht genutzt hast, aber hey: Ich habe noch nie gespickt. Und das kann ich ruhigen Gewissens sagen. Und ich werde nicht damit anfangen. Ich kann immer stolz auf das sein, was ich leiste (auch, wenn ich es meistens nicht bin...), weil es tatsächlich meine Leistung ist. Egal.
Nach diesen Unseeligen, die sich halt selbst rausgekegelt haben, gab´s da wohl ne ganze Menge Deppen. Die waren keine Konkurrenz, ob nun weiter als ich oder nicht. Ich wußte nicht alles, aber einen guten Teil. Ich denke, daß es maximal 4 Leute gab, die mir in irgendeiner Form "gefählich" werden könnten. Und von einer weiß ich, daß sie Google genutzt hat. Ich bin mal schwer gespannt, wie das noch ausgeht. Ob das ganze Ding wiederholt wird, was am sinnvollsten wäre, oder ob einfach nur rausgekegelt wird. Alles in allem: Ich bin von dieser Ausbildung maßlos enttäuscht. Wenn das alles ist, was da geboten wird- gute Nacht. Nicht mit mir. Nächsten Sommer- und Ciao. Willkommen Uni.

Das sollte erstmal reichen. Bis dahin...

1 Kommentar 26.2.08 19:37, kommentieren

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