Heute ist der 5. April,

was bedeutet, daß meine Endausscheidungen bald stattfinden werden. Nächste Woche ist es soweit- Mittwoch. Und, wenn ich da weiter komme, auch am Samstag. Um 7:30. Es gibt keinen Gott, ich habe am Abend vorher bis 20:30 Schicht. Wie dem auch sei...

Die Highlights der Woche:
Der erste Typ, dem ich beinahe eine gelangt hätte. Er stand wirklich kurz davor. Noch ein Wort, noch eine Bewegung mehr, und er hätte sein Mittagessen auf der Station eingenommen. Wir haben nun einmal eine große Auswahl an Speisen. Ist so. Und wenn jemand eine unpräzise Bestellung aufgibt, muß ich nachfragen. "Ich hätte gerne eine Boulette." Ja. Wir haben 4 verschiedene Sorten. Warm oder kalt gegessen? Ah, er möchte Bratkartoffeln dazu. Eine ganze Portion? Wieviel denn bitte? Möchte er das kalt oder warm essen? Senf oder Ketchup dazu? Wir sind keine Pommesbude, in der der Kunde das vorgesetzt bekommt, was wir für richtig halten, sondern das, was er sich wünscht. "Sie reden wie bei der Telekom." Legt mir das Geld hin, will den "Spieß" umdrehen und sagt: "Ich zahle bar, nicht mit Karte." Dreht sich breit grinsend um, weil er einen so tollen Witz gemacht hat. Der ihn beinahe sein Grinsen gekostet hätte... Meine Kollegin meinte auch, er sei furchtbar frech gewesen. War also nicht nur meine subjektive Meinung. Meine Chefin darauf: "Ja, das macht halt den Dienstleistungsberuf aus. Wird oft unterschätzt. Aber Sie wollen das später ja eh nicht weiter machen." Öhm... Madam? Ich mache seit... 8 Jahren nichts anderes. Nur mit einem Tablet in der Hand. Und ja, ich kann Streß ab. Ich hab schon wesentlich stressigeres gemacht als das da.

Der zweite Typ: Kommt mit Sonnenbrille in den Laden. Erstens ist es furchtbar unhöflich, sich mit jemandem zu unterhalten und die Sonnenbrille dabei anzulassen. Erster Punkt. Bestellt sich aber etwas zu essen und verlangt danach nach Besteck. Das wiederum liegt bei uns aus. Auf dem Tresen. Neben dem Teller, den er aufnehmen mußte, um ihn an den Tisch zu bringen. Tja. In geschlossenen Räumen sieht es sich ohne Sonnenbrille einfach besser.

 Uuuund: Madam. Stellt sich an der falschen Seite der Schlange an, ich bin gerade fertig, sie funkelt mich an: "Ich hätte gerne eine Bretzel." "Es tut mir leid, ich kann Sie nicht den anderen Kunden bevorzugen, die sich eingereiht haben. Die Reihe beginnt auf der anderen Seite." "Na, dann eben nicht." Dreht sich um und geht. Und das in einem Tonfall... Das war das erste mal, daß ich nicht nur innerlich aufgestöhnt habe. Wie ein kleines, bockiges Kind...

Das ärgert mich hier in Berlin so wie so: Jeder will hier der erste sein. Die wenigsten nehmen Rücksicht auf ihren Nächsten. Es wird gedrängelt, gestoßen, und wenn es nicht schnell genug geht, dann auch rumgeschrieen. Zwei Situationen: Eine Frau hastet hinter mir die Ubahnhofstreppen hinunter, kann aber zwischen mir und meiner Begleitung nicht vernünftig durch. Anstatt entweder außen rum zu gehen oder einfach zu warten, giftet sie mich an.
Zweites: Eine junge Mutter, die sich ihr Geld in einer Pizzabude verdient, um noch klarzukommen (ich kenne sie zufällig flüchtig), schiebt seelig ihren Kinderwagen, noch in den Arbeitsklamotten, einen Weg entlang. Der Weg ist nicht allzu schmal, das Kind spielt mit einem Regenschirm. Eine Frau kommt von vorne, nimmt beides wahr, und geht extrem nah an diesem Kinderwagen vorbei. Das Kind läßt in diesem Augenblick den Schirm vor die Beine der Frau fallen. Anstatt einfach einen Schritt mehr zur Seite zu gehen...

Ich möchte hier so schnell wie möglich weg... Wirklich...

5.4.08 22:12

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